Nitschmuseum
„Meine Arbeit soll eine Schule des Lebens, der Wahrnehmung und der Empfindung sein.“
Diese Grundhaltung kennzeichnet das seit fünf Jahrzehnten andauernde künstlerische Schaffen von Hermann Nitsch, das ab 25. Mai 2007 mit der bisher größten öffentlichen Werkschau des Künstlers im neuen Hermann Nitsch Museum gewürdigt wird.
Gleichzeitig mit dem Museum wird der erste vollendete Bauabschnitt im neuen MZM Museumszentrum Mistelbach, das auf dem Industriegelände der ehemaligen Pflugfabrik Heger errichtet wird, eröffnet.
Neben der Präsentation von Nitsch Arbeiten wird das Gesamtwerk wissenschaftlich erforscht und dokumentiert. Dabei werden interdisziplinäre Überschneidungen und Beeinflussungen aufgezeigt, die von dem sehr komplex angelegten Gesamtwerk, dem Orgien-Mysterien-Theater (OMT), ausgegangen sind. Mit der Aufarbeitung befassen sich Experten aus den Bereichen der Geistes- und Erkenntniswissenschaften wie Theologie, Mythologie, Psychologie, Philosophie, Kultur- und Kunstwissenschaften sowie aus Theater, Performance, Aktionismus, Malerei, Fotografie, Film, Musik und Literatur, um das Werk von Nitsch in seiner Gesamtheit im Rahmen von Vorträgen, Symposien und Schriftenreihen zu reflektieren. Besonders die Musik, die für das Orgien-Mysterien-Theater wesentlich ist, wird in Zusammenarbeit mit heimischen Musikschulen und Blasmusikkapellen gepflegt und weiterentwickelt.
Zur Visualisierung der künstlerischen Vielfalt werden sowohl gesamte Werkblöcke als auch zeitlich wie inhaltlich zusammengehörende Arbeiten in einem regelmäßigen Wechsel präsentiert. Für die Publikation und Dokumentation seiner Arbeit stellt der Künstler seine Werke dem MZM Museumszentrum Mistelbach vierzig Jahre unentgeltlich zur Verfügung.
Im Rahmen der Erstpräsentation sind u. a. folgende Arbeiten von Hermann Nitsch zu sehen: ca. 150 Bilder und Schüttbilder aus den Jahren 1956 bis 2007, rund 75 Grafiken aus den Jahren 1983 bis 2007, rund 80 Messgewänder, rund 80 Schreine sowie rund 500 Fotografien und ausgewählte Videos, die die zahlreichen Aktionen von Hermann Nitsch dokumentieren. Ebenfalls präsentiert werden in einem eigenen Bereich – dem Asolo Raum – Relikte und Werkzeuge des Orgien-Mysterien-Theaters aus dem Jahr 1973 (Leihgeber: Francesco Conz, Verona) und das Geruchs- und Geschmackslabor von Hermann Nitsch.
Folgende Leihgeber haben Arbeiten zur Verfügung gestellt:
Rita und Hermann Nitsch, Prinzendorf
Archivo Francesco Conz, Verona
diethaARdT collection, Graz
Heinz Cibulka, Ladendorf
Wolfgang Denk, Zöbing am Heiligenstein
Sammlung Hummel, Wien
Fred Jahn, München
Philipp Konzett, Wien
Rudolf Kratochwill, Graz
Collection of Yaffa and Eyal Levy, New York
Siv Sundfaer und Christian Köck, Wien
Strabag Kunstforum, Wien
Familie Wolfsteiner, Steyr